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WM-Tagebuch


Bereits vor der WM berichtete die Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) in ihrer Ausgabe vom 10.Juni 2010 über die Karlsruher WM-Fahrer "Mittendrin statt nur dabei - Karlsruher Fans reisen mit dem Auto durch Südafrika".

Hier wollen euch nun unsere WM-Fahrer über ihre Erlebnisse rund um die WM2010 in Südafrika auf dem Laufenden halten.

Tagebucheintrag 11.06. - 15.06.2010
Nach langem Flug sind wir in Durban gelandet und waren gespannt auf die Ticket Automaten. Die waren außer Betrieb und man hat uns an andere in der nähe des Stadions verwiesen - was für ein Schock. Da wir aber beim Mietauto länger auf unser Navi warten mussten starteten wir einen zweiten Versuch und siehe da eine nette Dame welche nun wieder online war konnte unsere Tickets ausdrucken. Ebenso kam unser Navi, Handy, Stick fürs Laptop alles ok und immer alle sehr freundlich.

Auch im Guesthouse ein sehr freundlicher Empfang dann noch zweite Halbzeit England : USA und dann endlich wieder ein Bett. Am nächsten Tag früh ans Stadion und das Auto geparkt mit Sean Dundee telefoniert, der leider nach Johannesburg musste und über die Fanmeile geschlendert. Die Fanmeile sehr gut organisiert, schön gelegen am Strand. Aus Karlsruhe haben wir Günther getroffen, ihn, Frank und Kerstin werden wir in Port Elisabeth wieder treffen. Also wir sind nicht mehr alleine. Polizei überall vertreten aber sehr dezent. Ein deutscher Fan bericht vom Tag davor, dass er in der Stadt von der Polizei aufgegriffen wurde und sie ihm geraten haben sich hier nicht alleine auf zu halten und haben ihn zur Fanmeile gefahren. Am Abend hat die Polizei ihn wieder zurück ins Hotel gefahren.

Ach ja die Vuvuzelas. Wir haben beschlossen, dass keine Vuvuzela als Souvenir gekauft wird. Wobei wir festgestellt haben, dass im Stadion es gar nicht so schlimm ist. Vielleicht lag es da dran, weil im Fanblock so gut wie keine getrötet wurde. Am Fernseher stört es uns genauso wie alle anderen. Die Vuvuzelas rund ums Stadion nerven schon, für harte Fälle sind wir mit oropax eingedeckt. Wir warten nur noch, dass uns irgend wann Autan angeboten wird. Karten gibt es noch aber einen Schwarzmarkt in dem Sinn gibt es nicht, da niemand die Karten will. Zum halben Preis wurden die Karten gehandelt und trotdem blieben Plätze frei.

Das Spiel war natürlich top und man wird immer wieder auf das tolle Spiel angesprochen. Selbst die Australier handeln Deutschland als Favorit. Die Verkehrsbedingungen nach dem Spiel super und wir konnten das Spiel noch im TV als Wiederholung sehen.

Der Tag nach dem Spiel war anstrengend, wir fuhren durch den Oribi Georg Park und machten einen Abstecher über die Dörfer. Unseren Zeitplan konnten wir so nicht einhalten und sind nach Port St. Johns, welches wir erst bei Nacht erreichten. Die Dorfbewohner begrüßten uns immer mit freundlichem Winken. Überhaupt muß man festhalten, dass alle sehr freundlich auf einen zu gehen. Fußball wird auch überall gespielt selbst auf den Dörfern wird an jeder Ecke gekickt. Schade ist, dass wir kaum Pausen machen können da die Zeit drängt, denn bei Dunkelheit ist wirklich schwer zu fahren.

Heute hatten wir ein Erholungstag am Strand eingeplant aber Sturm und Regen treibt uns wieder auf die Strasse.Die Strasse ist gut zu fahren, man muß jedoch aufmerksam die Seitenstreifen beachten da jede Menge Fußgänger und (Hunde, Ziegen, Kühe) unterwegs sind sowohl bei Regen als auch bei Nacht. Der Addo Park ist nun unser Ziel und mal sehen was uns da erwartet..

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Tagebucheintrag 16.06. - 19.06.2010
Nach einer langen Autofahrt von Port St. John nach Port Elisabeth, in dieser Region nur P.E. genannt, haben wir eine Unterkunft in der Nähre vom Addo Park gefunden. Dies sollte auch unsere Herberge für die nächsten vier Tage sein. Am Mittwoch war Ruhetag angesagt dennoch haben wir einen kurzen Abstecher nach P.E. gemacht um das Stadion und die Gegend um das Stadion zu besichtigen um auch einen Parkplatz für das am Freitag stattfindende Spiel zu suchen. Danach sind wir noch kurz zum Fan Fest in einem Cricket Stadion in PE gefahren. Allerdings war dort nicht sehr viel los, da das Wetter nicht mitspielte und es den ganzen Tag regnete und zudem auf teilweise bis zu 3° C abgekühlt hatte. Am Abend fand das Spiel Südafrika gegen Uruguay statt. Dirk und Steffen entschlossen sich erneut nach P.E. zu fahren um das Spiel gemeinsam mit Südafrikanern auf dem Fanfest anzuschauen. Also doch kein Ruhetag. Ca. 8.000 Leuten, egal ob schwarz oder weiß, fanden sich zum Public Viewing bei nasskaltem Wetter ein um gemeinsam die Bafana Bafana anzufeuern. Auch hier waren wieder die nervtötenden Vuvuzelas nicht zu überhören. Allerdings kann man den vernünftigen Umgang mit den Dingern ertragen, den Missbrauch mit den Tröten der meist alkoholisierten Touristen keineswegs.

Am nächsten Tag ging es in den Addo Elefanten Park. Dort trafen wir mit Frank und Kathrin zwei weitere Reisende aus Karlsruhe. Ebenso Freunde vom „Hauptstadtkult“ aus Berlin. Im Park haben wir viele Tiere wie zum Beispiel Elefanten, Büffel, Affen, Kudus, Zebras und sogar einen Löwen aus nächster Nähe bestaunen können.

Freitags ging es relativ früh zum Stadion nach P.E. Wir nahmen Romeo einen Angestellten aus unserer Unterkunft mit zum Spiel und konnten ihm somit einen großen Wunsch erfüllen, da er keine Karten über das südafrikanische Kontingent erhalten hatte. Auch das Wetter hatte sich wieder gebessert und wir konnten das Spiel bei sonnigen Temperaturen mit T-Shirt verfolgen. Zum Spiel gibt es nicht viel zu schreiben, außer dass alles wieder sehr friedlich von statten ging und die deutsche Mannschaft mit 0:1 verloren hatte. Zudem haben wir weitere KSC-Fans getroffen. Die Anzahl der mitgereisten Karlsruher Fans beträgt nun bereits 14. Dirk hatte durch eine E-Mail aus Karlsruhe Kontakt zu einem Projektmanager in einem Township von P.E. namens Jonas Schumacher knüpfen können. Dieser ermöglichte es Dirk am Nachmittag eine Tour durch das Township machen zu können. Hierbei konnte er sich ein Einblick über die gute Arbeit vor Ort verschaffen und einige Kinder kontaktieren. Wer sich hier weiter informieren will kann dies gerne unter www.masifunde.de . Da Fußball bei den Kindern ganz wichtig ist überreichte Dirk den Kindern zahlreiche KSC-Pins und ein KSC Trikot in ihrem selbst eingerichteten WM Studio. Das Trikot wird als Erinnerung an die WM nun einen Ehrenplatz finden und der ein oder andere KSC Fan wird nun im Township auf Torejagd gehen.

Heute morgen konnten wir beim Frühstück einen glücklichen Romeo antreffen und als wir abreisten klang aus der Küche noch ein „Sch…. Vuvuzela“ zum Abschied.

Wir befinden uns nun auf dem Weg von P.E. nach Bloemfontein wo wir uns das WM Spiel Slowakei gegen Paraguay anschauen werden, ehe es dann weiter nach Johannesburg zum letzten Vorrundenspiel der deutschen Mannschaft gehen wird.

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Tagebucheintrag 20.06. - 24.06.2010
Auf dem Weg nach Johannesburg sind wir auf einen Abstecher nach Bloemfontein, einer kleinen netten Studentenstadt gefahren, um das Spiel Paraguay gegen Serbien anzuschauen. Zum Spiel müssen wir erwähnen, dass anders als in anderen WM Städten die Fußballbegeisterung spürbar angekommen ist. Trotz des nicht ausverkauften Stadions machten die zahlreichen Südafrikaner einen bemerkenswerten Support auf afrikanische Art mit dem richtigen Gebrauch der Vuvuzelas. Dies machte das Spiel zu einem unvergesslichen Erlebnis. In den wenigen aber guten Studentenkneipen fanden wir Kontakt zu Paraguayern und Slowaken. Das Essen hier wurde vor allem von einer Fast-Food Steakhousekette geprägt. Bekannte deutsche Fast-Foodketten waren zwar auch allgegenwärtig, wurden aber gemieden.

Nach dem Abstecher nach Bloemfontein fuhren wir weiter nach Pretoria um dort unsere letzten Übernachtungen zu verbringen. Abends fuhren wir in das ca. 90 km entfernte Johannesburg in der Hoffnung Karten für das Spiel Spanien gegen Honduras im Ellis Park zu ergattern, allerdings ohne Erfolg, so dass wir ohne dass Spiel live erleben zu können wieder nach Pretoria zurückfahren mussten. Kurios gestaltete sich allerdings die Parkplatzsituation rund um das Stadion. Etliche Privatpersonen boten hier ihre Garagen oder Hinterhöfe zum Parken an. Da wir in einem Hinterhof so zugeparkt wurden, dass es nicht möglich war diesen vor Spielende zu verlassen, haben wir dass Spiel Spanien-Honduras in einem Hotel in der Nähe des Parkplatzes verfolgen müssen. Das Hotel glich mehr eines schlechten „Hitchcock-Drehortes“, denn eines Dreisternehotels. Aber auch dieses Szenario konnten wir entspannt überstehen.

Auch am nächsten Tag stand wieder Fußball voll im Vordergrund. Es ging von Pretoria in das ca. 100 km entfernte Rustenburg um das Spiel Uruguay gegen Mexiko zu verfolgen. Auf dem Weg dorthin haben wir noch einen sehr kurzen Stopp an einem Stausee gemacht, an dem man sich wie in Italien fühlen konnte. Leider viel zu früh, um genau zu sein 4 Stunden vor Spielbeginn, erreichten wir das weit außerhalb von Rustenburg gelegene Stadion. Dort angekommen konnten wir das krasse Gegenbeispiel zu allen anderen Spielorten erleben, denn das Stadion lag mitten in einem kleinen Dorf mit lediglich einem kleinen Pub und mehreren kleinen einheimischen Grillstätten, vergleichbar mit dem in Deutschland handelsüblichen Gartengrill. Traurig ist, dass die Fifa rund um das Stadion ein kleines Einkaufszentrum mit kleinem Park schließen hat lassen. Allerdings konnten wir an dieser WM-Spielstätte endlich einen Teil südafrikanischer Spezialitäten genießen. Zum Grillfleisch bzw. Hähnchen gab es „Pap“( verklebte Reispampe), verschiedene Saucen und leckere Salate.

Der letzte Tag wurde in Johannesburg verbracht und sollte das Spiel der Deutschen als Höhepunkt haben. Die Parkplatzsituation am Stadion gestaltete sich als schwierig, da ein Ticket benötigt wurde welches man im 5 km entfernten Einkaufszentrum erwerben konnte. Also Ticket besorgen und dann ins Township Soweto zum Mandela Museum. Hier konnten Steffen und Dirk die Geschichte Mandelas und die des Townships erfahren. Gemütlich gestaltete sich der Nachmittag in einem der anliegenden Restaurants bei sommerlichen Temperaturen und Sonnenschein. Geplant war noch ein Treffen mit Sean Dundee aber leider konnte er nicht zum Spiel und blieb somit in Durban. Viele Grüße von ihm nach Karlsruhe und er drückt natürlich der deutschen Mannschaft die Daumen. Irgendwann ging es dann mit drei Journalisten aus Frankreich und ihrem Fahrer Jacob durch das Township zum Stadion Soccer City. Bei der Fanbotschaft wurden dann die weiteren Karlsruher und Berliner begrüßt, welche tags zuvor in Südafrika eintrafen. Die Treffen gestalteten sich als schwierig, da bei über 80.000 Zuschauern ein Verkehrschaos herrschte. Durch zahlreiche Handytelefonate ging alles glatt und alle waren pünktlich im Stadion. Die beeindruckende Kulisse begeisterte alle, weniger das Spiel. Der sportliche Höhepunkt war es dann doch nicht aber gewonnen und eine Runde weiter. Nach dem Spiel noch einmal nach Pretoria zu letzten Übernachtung vor der Heimreise. Dirk wird noch ein paar Tage bleiben und den Kollegen bei der Fanbotschaft über die Schultern schauen und mit den restlichen Fans aus Karlsruhe das Achtelfinale besuchen. Alles in allem eine schöne WM in Südafrika und beim nächsten Mal machen wir Urlaub.

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