Schwerpunkte

Fans und SozialarbeiterInnen in Kontakt

Jugendliche Fußballfans erwerben eine Offenheit und Bereitschaft zur Kommunikation mit SozialarbeiterInnen des Fanprojektes.
Sie übernehmen Eigenverantwortung (Thekenbereich; Organisation von Busfahrten) im Bereich des Fußballs.

Es werden Kontakte von den Sozialarbeitern zu den Fußballfans geknüpft und Beziehungen aufgebaut, um als Vertrauensperson akzeptiert zu werden.
Sozialarbeiter nehmen teil an der Lebenswelt der Fans durch Präsenz an den Spieltagen und an den regelmäßigen Treffpunkten. Dadurch erlangen die Mitarbeiter des Projektes Erkenntnisse über Regeln, Ordnungen und gruppendynamische Prozesse in der Fußballszene. Die Angebote des Projektes können die Fans auf freiwilliger Basis nutzen. Den Fans muss der Sozialraum (Räumlichkeiten und Plätze im Fußballstadion) zur Verfügung stehen, damit die Sozialarbeiter einzelne Fans, Cliquen und Gruppen aus der Szene unterstützen können.

  • Öffnungszeiten der Fanprojekträume an Spieltagen des Karlsruher Sport Clubs generell 4 Stunden vor Spielbeginn und 4 Stunden nach Spielende
  • Öffnungszeiten der Fanprojekträume am Dienstag für junge Ultragruppierung von 14.00 Uhr bis 20.00 Uhr
  • Öffnungszeiten der Fanprojekträume u.a. für Computer- und Internetnutzung nach vorheriger Absprache mit den Mitarbeitern
  • Selbstorganisierte Öffnung der Fanprojekträume durch die Fans in Eigenverantwortung
  • Aufsuchen und Begleiten der Fans durch 2 Mitarbeiter des Fanprojektes bei allen Heimspielen sowie auch Auswärtsspielen des KSC

Nicht verzagen - Sozis fragen

Die Jugendlichen entwickeln ein ausgeprägtes Rechtsempfinden.
Sie wenden erlernte Deeskalationsstrategien bei nicht gesellschaftskonformen Auftreten (rassistische und chauvinistische Sprüche, Ordnungswidrigkeiten und Straftaten) in der eigenen Gruppe an, sowie bei eventuellen Aufeinandertreffen mit anderen rivalisierenden Fangruppierungen und im Umgang mit Polizei und Ordnungsdiensten.
Die Fans treffen eigenverantwortliche Entscheidungen bei privaten und beruflichen Problemlagen.

Die Sozialarbeiter des Projektes müssen eine ausgeprägte Szenekenntnis haben, um speziell fantypische Situationen einschätzen zu können.
Die Grundprinzipien für eine Vertrauensbasis gegenüber einzelnen Fans, Cliquen und Gruppen sind Parteilichkeit, Loyalität und Anonymität.

  • Vermittlung zwischen Fußballfans und Polizei sowie Ordnungsdienst bei auftretenden Problemen im Rahmen von Fußballspielen
  • Beratung von Fußballfans bei privaten und beruflichen Problemen im akuten Einzelfall
  • Beratung und Begleitung in eingeleiteten Strafverfahren
  • Begleitung zu Gerichtsverhandlungen

Fanprojekt als Stimme einer Subkultur

Die Mitarbeiter des Projektes vertreten eine differenzierte Bewertung und Darstellung des Meinungsbildes der Fans zu aktuellen Themen in der Öffentlichkeit (Fernsehen, Rundfunk, Printmedien) und bei allen beteiligten Institutionen (Verein; Supporters; Polizei).
Die Jugendlichen werden durch die Mitarbeiter unterstützt und befähigt ihre Interessen in der Öffentlichkeit (Fanzines; Radiosendungen; Podiumsdiskussionen) zu vertreten.
Dadurch erwerben die Jugendlichen ein größeres Selbstwertgefühl.
Durch die Öffentlichkeitsarbeit der Mitarbeiter soll eine Akzeptanz der pädagogischen Arbeit mit Fußballfans erlangt werden.

Die Fanprojektmitarbeiter sind die autonome Schnittstelle zwischen den Fans und allen am Fußballgeschehen beteiligten Institutionen.
Sie stellen die Funktionen der Fanprojektarbeit als Interessensvertreter der Fans in verschiedenen Gremien und in der Öffentlichkeit dar.
Durch themenspezifische Diskussionen soll bei den Jugendlichen ein realistisches Meinungsbild erwirkt werden.
Die verbalen und schriftlichen Ausdrucksformen der Jugendlichen werden durch die Mitarbeiter des Projektes gefördert.

  • Vorträge zum Thema „Fans und Fanprojektarbeit“ an Schulen und Hochschulen und für andere anfragenden Institutionen
  • Teilnahme an der Bundeskonferenz der Koordinierungsstelle der Fanprojekte
  • Teilnahme Konferenzen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte
  • Teilnahme an den Regionalkonferenzen der Bundesarbeitsgemeinschaft „Süd“ der Fanprojekte
  • Reflexion der Spieltage mit den Supportersvorständen und der Fanbetreuung des KSC (3 -Säulengespräche)
  • Teilnahme an verschiedenen Fanveranstaltungen, die von den Fans durchgeführt werden
  • Unterstützung von verschiedenen Faninitiativen (Supporters, Blau-Weiß statt Braun e.V., Pro Fans etc.)
  • Stellungnahme zu fanspezifischen Themen in den Medien und in der Öffentlichkeit
  • Durchführung und Teilnahme an Podiumsdiskussionen

Ressourcen einer Fankultur

Die Jugendlichen finden ihren Platz in ihrer peer-group und in der Gesellschaft.
Durch die Verhaltensveränderung verringern sich die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Fangruppierungen im Stadion sowie im Umfeld des Fußballstadions.
Bei den Jugendlichen verringert sich das Aggressionspotential und gleichzeitig erhöht sich deren Frustrationsgrenze.

Die Angebote des Fanprojektes basieren auf der freiwilligen Teilnahme der Jugendlichen und sind speziell auf ihre Interessenslage abgestimmt.
Die Fans werden in Entscheidungsprozesse integriert und tragen dadurch Mitverantwortung.
Alle Angebote des Projektes haben den Anspruch gewaltpräventiv ausgerichtet zu sein.

  • Unterstützung und Bereitstellung von Ressourcen bei der Gestaltung von Choreografien
  • Unterstützung und Bereitstellung von Ressourcen bei Erstellung von Doppelhaltern und Fahnen
  • Anbieten von themenspezifischen Kursen
  • Teilnahme mit Fanprojektmannschaften an Fußballturnieren
  • Dreitägige Teilnahme mit einer Jungenmannschaft und einer Mädchenmannschaft am jährlichen Fanfinale in Berlin in Verbindung mit dem DFB-Pokalfinale
  • Instandhaltung der Räumlichkeiten und der Außenanlagen durch die Beteiligung der Fans an der Umsetzung

Der Ball ist rund

Die Fans lernen andere Kulturen, die dort lebenden Menschen und deren Lebensweisen kennen.
Jugendliche Fußballfans zeigen Toleranz gegenüber Menschen mit Einstellungen, die nicht ihren eigenen entsprechen.
Sie erwerben Verhaltenskompetenzen innerhalb ihrer Gruppe und für ihr alltägliches Leben.

Das vorhandene Vertrauensverhältnis zwischen jugendlichen Fußballfans und den Sozialarbeitern des Projektes wird intensiviert.
Alle Beteiligten sollen Spaß an den Aktionen haben.
Durch gezielte Projekte sollen Fanfreundschaften auf nationaler und internationaler Ebene gepflegt werden.
Die Jugendlichen sollen bei den Projekten Grenzerfahrungen sammeln, ihre eigenen Grenzen entdecken, sie akzeptieren und lernen, mit dieser Situation umzugehen.
Die jungen Fans (14 bis 16 Jahre) werden durch das spezielle Angebot (u18-Fahrt) in einem vom Fanprojekt gestalteten und geschützten Rahmen an das Fußballgeschehen herangeführt.

  • Organisation und Durchführung fußballbezogener Freizeiten in Deutschland und im europäischen Ausland
  • Durchführung von Tagesausflügen zu bestimmten Fußballspielen (Berlin, Strasbourg, Pisa, Graz, Championsleaguespiele etc.)
  • Organisation zu Konzert- und Theaterbesuchen
  • Planung und Durchführung von U18-Fahrten (alkohol- und nikotinfreie Auswärtsfahrten für Jugendliche unter 18 Jahren)
  • Planung und Organisation von Fahrten zu Länderspielen der Deutschen Nationalmannschaft im In- und Ausland